Pressestimmen
Machen Sie sich ein Bild. In unseren Pressestimmen können Sie jederzeit nachlesen, was die deutsche Zeitungslandschaft zu unseren Vorstellungen zu sagen hat.
Nachtkritik.de zu "Die Ratten"
Das Drama mit der Authentizität
Dunkle Bühne. Eine E-Gitarre dröhnt. Ein Prolet schiebt sich auf die
Bühne. Na sicher, denkt man, die Unterschicht rockt, ist ja Gerhart
Hauptmanns Tragikomödie "Die Ratten", Unterschichtentheater also.
Putzfrau Jette John schwatzt polnischem Dienstmädchen das Kind ab, damit
Maurermann Paul sich nicht dauernd auf Montage verabschiedet, sondern
nach dem Tod ihres eigenen Kindes wieder häuslich wird. Am Ende hat
Jettes Bruder die Polin ermordet, alles ist aufgeflogen und liegt in
Scherben. So weit, so naturalistisch. Wäre da nicht noch die Figur des
Theaterdirektors Hassenreuter. Mit der hebt Regisseur Robert Schuster
für seine Inszenierung im Kleinen Haus des Theater Freiburg erst das
Stück aus den Angeln, und am Ende ist die ganze Theaterspielerei
überhaupt dekonstruiert. Ein mutiger Auftakt für die Saisoneröffnung.
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Badische Zeitung zu "8. Sinfoniekonzert"
Philharmonisches Konzert: "Jeanne d'Arc" in Freiburg
Fabrice Bollon entwickelt indes ein feines Gespür für Honeggers (leider) ganz Claudels Text untergeordnete Musik, meidet allzu schwülstiges Pathos und arbeitet die Wort-Musik-Balance gut heraus. Solche Klangsensibilität spiegelt sich im Spiel des ebenso sicher wie homogen agierenden Philharmonischen Orchesters wider, das auf Honeggers stilistische Vielseitigkeit mit adäquaten Mitteln reagiert. Besonders überzeugt das Frankophone in dieser Musik, etwa durch die exzellenten Saxophonisten aus dem Raschèr-Quartett.
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Orpheus zu "Otello"
Im Glashaus
In den frenetischen Schlussjubel der Premiere von Verdis »Otello« mischte sich kein einziger Buhruf. Regisseurin Eva-Maria Höckmayr hat der emotionalen Komponente entscheidendes Gewicht beigemessen. Die im Stück thematisierten Gefühle sind heute noch genauso aktuell wie zu Verdis Zeiten.
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taz zu "Die Grünen. Eine Erfolgsgeschichte (UA)"
Kein Fahrdienst nach Kneipenbesuch
Jarg Pataki und Viola Hasselberg bringen in Freiburg "Die Grünen. Eine Erfolgsgeschichte" auf die Bühne - ein dichter, erhellender, manchmal klamaukhafter Theaterabend.
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Badische Zeitung zu "Orpheus in der Unterwelt"
Auch die Hölle ist bloß ein Theater
Travestie, Clownerie: Tom Ryser inszeniert, Jimmy Chiang dirigiert am Theater Freiburg Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt".
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Südkurier zu "Otello"
Karussell im Kopf
Eva-Maria Höckmayr inszenierte einen umjubelten Otello in Freiburg.
Giuseppe Verdis Spätwerk „Otello“ konzentriert sich auf drei Hauptfiguren. Der Militär Jago, bei einer Beförderung übergangen, intrigiert gegen seinen Feldherrn Otello; er flüstert ihm ein, Otellos Gattin Desdemona habe ein Verhältnis mit Cassio, Jagos Konkurrenten. Die Freiburger Inszenierung kennt eine weitere Hauptperson: Das ist die Drehbühne von Nina von Essen. Das raumhohe Metallgerüst mit spiegelnden Seitenflügeln, in dem sich einzelne Wände zusätzlich drehen, ist ein perfekter Seelenschauplatz für ein Eifersuchtsdrama – ein Spiegelkarussell im Kopf. Es vervielfacht Gerüchte, es treibt Otello in den Wahnsinn – und es versinnbildlicht die motorische Vehemenz von Verdis Musik. Denn das ist die Freiburger Inszenierung der 32 Jahre jungen Würzburgerin Eva-Maria Höckmayr auch: ein Fest der Musik. Das Philharmonische Orchester unter Leitung von Fabrice Bollon setzt auf Gegensätze, auf wuchtige Akzente wie auf Ziselierung melodisch-rhythmischer Strukturen. Es ist zugleich ein Fest der Stimmen, auch des grandiosen Chors und Extrachors unter Leitung von Bernhard Moncado.
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Badische Zeitung zu "Otello"
Otello in Freiburg: Der Mohr, der immer schwärzer wird
Ein starker Opernabend in Freiburg: Verdis Otello, inszeniert von Eva-Maria Höckmayr.
"Esultate!" Jubelt!, ruft Otello der Masse zu. Der Hochmut der Muselmanen, frohlockt der Statthalter Venedigs auf Zypern, liege auf dem Meeresboden begraben. Einen triumphaleren Auftritt hat kaum ein zweiter Opernheld. 13 Tenortakte, die wirken, als steige ihr Sänger aus der Menge empor, als werde er in die Luft gehoben. 13 Takte Giuseppe Verdis, die sieghaft hervorzuschleudern sind. Jetzt, in Freiburg, gelingt das dem hochaufgeschossenen Mexikaner Luis Chapa aufregend gut. Eine ungewöhnlich helle Otello-Stimme, die gleichwohl die so wichtigen tiefen Lagen souverän beherrscht. Auf jeden Fall: ein Heldentenor reinsten Wassers, einer, der von seiner lyrisch-italienischen Herkunft profitiert, schwindelfrei bis ganz oben, auch einer, der sich in den expressiv genutzten Piano-Bezirken zu bewegen, den Niedergang des Mohren als Singschauspieler zu durchleben versteht.
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Südkurier zu "Was du auch machst, mach es nicht selbst"
Furioser Tiefenschwindel, heller Wahn
Theaterabende, die man mehrmals sehen möchte, sind selten. Dieser ist so einer: 80 Minuten Sprechtheater im Theorierausch; Bedeutungshüpfen und Paradigmawechsel bis zum hellen Wahn, begleitet von Handkamera und Musik. Anything goes? Ist das nicht die alte Leier des Gegenwartstheaters? Nein, nichts geht mehr richtig. René Polleschs Theaterstil stülpt Bedeutungen um wie Handschuhe; er zerreißt Konventionen, auch moderne, auch jene der Theateravantgarde nach 1968: Dass der Zuschauer immer selber denken, immer aktiv werden soll, das trainiert doch nur „sein Schuldgefühl, nicht genug zu arbeiten“.
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Badische Zeitung zu "Der Kaufmann von Venedig"
Auch die Liebe hat ihren geldwerten Vorteil
Die Stimme dieses Shylock fährt wie ein Messer in die venezianische Gesellschaft, die in Shakespeares Zeit wie in unserer die heutige ist. Die Stimme ist der Einbruch des Fremden in ein geschlossenes rhetorisches System. Ein Schock in Freiburgs Großem Haus, wo die beeindruckend volltönende Bassstimme des israelischen Schauspielers Doron Tavory in kurz angebundenem Geschäftsamerikanisch den bis dahin verspielt geistreichen Konversationsrahmen geradezu körperlich schmerzhaft sprengt. "Three thousand ducats, well." Der Mann weiß, worum es geht – und was er will.
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Badische Zeitung zu "Was du auch machst, mach es nicht selbst"
Theorieperformance in der Jackson-Pollesch-Bar
René Polleschs sagenhafte Karriere begann 1999 in Luzern mit mitternächtlichen Kult-Soaps wie "Java in a Box" und "Svetlana in a Favela". Pollesch ist von Barbara Mundel quasi entdeckt worden, und insofern war es an der Zeit, dass der ungemein produktive Autor und Regisseur (pro Saison schreibt und – was du auch machst, mach es selbst – inszeniert er mindestens ein halbes Dutzend Stücke) auch in Freiburg mal seine Visitenkarte abgab.
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